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Der Umgang mit Kontroversität als Grundlage für Demokratiebildung an Schulen

Dr. Bernt Gebauer, Leiter des Projekts "Gewaltprävention und Demokratielernen", Hessisches Kultusministerium, Aufzeichnung des Vortrags vom 11. März 2020, Ort: DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation

Der schulische Alltag in ganz Europa ist geprägt von vielfältigen, oftmals als schwierig wahrgenommenen Auseinandersetzungen, Widersprüchen und Kontroversen. Sie finden sowohl auf politischer, zwischenmenschlicher als auch auf inhaltlicher bzw. curricularer Ebene statt. Erfahrungen aus den USA zeigen auf, wie gesellschaftliche und politische Spannungen bzw. Polarisierungen sich direkt und indirekt auf die Lernatmosphäre im Klassenzimmer auswirken.

Diane Hess und Paula McAvoy sprechen in ihrer Studie „The Political Classroom“ davon, wie gegenseitiges politisches Misstrauen außerhalb der Schule zu mehr gegenseitigen Verdächtigungen innerhalb von Schule führt – mit der Folge, dass einige Lehrkräfte besonders „aufgeladene“ Themen im Unterricht komplett vermeiden, während andere Kontroversität an sich komplett ausschließen (vgl. Hess/McAvoy 2015: 8). Das Unterrichten kontroverser Themen stellt Lehrkräfte und Schulleitungen also vor besondere Herausforderungen. Die Fähigkeit, sensible und kontroverse Themen in einer respektvollen Weise zu thematisieren, ist jedoch eine für eine demokratische Gesprächs- und Schulkultur zentrale Fähigkeit.

Der Vortrag Der Umgang mit Kontroversität als Grundlage für Demokratiebildung an Schulen erörtert diese Problematik und zeigt erste Schritte für die Fortbildung und Qualifizierung von Lehrkräften sowie eine entsprechende demokratiepädagogische Schulentwicklung auf.