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Computerbasierte Lernverlaufsdiagnostik

Prof. Dr. Elmar Souvignier, Universität Münster, Vortrag vom 27. März 2019, Ort: DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation

Individuelle Förderung erfordert Entscheidungen darüber, welche Lerner mit welchen Methoden gefördert werden sollen. Zudem sollte geprüft werden, ob die Förderentscheidungen sich als passend erweisen. In einem Förderzyklus sollten daher wiederholt diagnostische Verfahren eingesetzt werden, um Förderentscheidungen objektiv zu begründen und um deren Wirksamkeit zu prüfen. Diese Idee einer den Lernverlauf begleitenden Diagnostik wird seit den 1960er Jahren immer wieder geäußert. Vor dem Hintergrund des mit einem solchen Vorgehen verbundenen Aufwands – sowohl im Hinblick auf die Durchführung als auch auf die Konstruktion entsprechender Verfahren – wurde der Ansatz der Lernverlaufsdiagnostik allerdings nur im sonderpädagogischen Kontext in der Einzelförderung umgesetzt. Computerbasierte Lernverlaufsdiagnostik ermöglicht es dank automatisierter Bereitstellung und Auswertung der Testverfahren sowie der Dokumentation von Ergebnissen in einem „Lehrermenü“, den Aufwand für eine wiederholte Durchführung von Tests in einem praktikablen Rahmen zu halten.

In dem Beitrag wird das internetbasierte System quop vorgestellt. Bei diesem Ansatz der Lernverlaufsdiagnostik werden in einem zeitlichen Abstand von jeweils drei Wochen kurze Tests zum Lesen oder zu mathematischen Kompetenzen bereitgestellt. Auf diese Weise werden Lernverläufe dokumentiert und es wird deutlich, in welchem Maße Schülerinnen und Schüler von Unterrichts- und Förderangeboten profitieren. Es liegen Testreihen für die Jahrgangsstufen 1–6 vor.

Im Rahmen wissenschaftlicher Studien wurden Fragen zur psychometrischen Güte der Testverfahren, zu Mustern von Lernverläufen über ein Schuljahr, zur Praktikabilität, zu Effekten der Implementation von Lernverlaufsdiagnostik und zur Kombination von Lernverlaufsdiagnostik und Leseförderung bearbeitet. Insgesamt weisen die Befunde darauf hin, dass computerbasierte Lernverlaufsdiagnostik gut in den Unterrichtsalltag zu integrieren ist und zu positiven Effekten für das Lernen der Schülerinnen und Schüler führt.