Forschungsansatz
Forschungsansatz
Das Besondere an den IDeA-Projekten ist, dass Kinder in ihrer Entwicklung über einen längeren Zeitraum (in der Regel über mehrere Jahre) von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern begleitet werden. Nur so können wir mehr darüber erfahren, welche Auswirkungen bestimmte soziale und neurokognitive Faktoren auf die kindliche Entwicklung haben und wie Kinder angemessen gefördert werden können, um ihnen optimale Lernchancen zu eröffnen.
Längsschnittliche Analyse von Entwicklungsverläufen
Bedingungen und Risiken kindlichen Lernens sind mehrschichtig und komplex. Im Forschungszentrum IDeA werden soziale und neurokognitive Faktoren der kindlichen Entwicklung über einen längeren Zeitraum hinweg nicht nur für sich, sondern auch in ihren Wechselwirkungen betrachtet. Beispielsweise wird untersucht, wie sich Merkmale des familiären Hintergrunds auf die Leistungsentwicklung des Kindes auswirken und ob diese Wirkungen durch biologisch bedingte neurokognitive Besonderheiten – etwa des Arbeitsgedächtnisses oder in der Sprachentwicklung – noch verstärkt werden. Erst die längsschnittliche Betrachtung von Entwicklungsverläufen verspricht zuverlässige Erkenntnisse über Ursache-Wirkungs-Beziehungen und begründbare Empfehlungen für pädagogische Interventionen.
Interdisziplinarität
Im Forschungszentrum IDeA arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen in gemeinsamen Projekten an der Erforschung kindlicher Lern- und Entwicklungsprozesse. An IDeA sind aber nicht nur das DIPF und mehrere Fachbereiche der Goethe-Universität, sondern auch das Frankfurter Sigmund-Freud-Institut beteiligt. Diese interdisziplinäre Herangehensweise ist notwendig, denn die forschungsleitenden Fragestellungen machen vor den Grenzen der Disziplinen nicht halt. Expertinnen und Experten aus der Erziehungswissenschaft, der Sonderpädagogik, der Mathematikdidaktik der Primarstufe, der Spracherwerbsforschung, der Pädagogischen Psychologie und Entwicklungspsychologie, der Psychoanalyse sowie aus den Neurowissenschaften arbeiten gemeinsam daran, ein möglichst umfassendes Bild der Bedingungen und Risiken kindlichen Lernens zu gewinnen.
Methodenvielfalt
So unterschiedlich die Fachrichtungen der an IDeA beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind, so unterschiedlich sind auch die Forschungsmethoden, mit denen sie arbeiten. Fragebögen und Leistungstests kommen zum Einsatz, mit deren Hilfe größere Stichproben von Kindern bezüglich ihrer Entwicklungsfortschritte untersucht werden können. Ebenso werden detaillierte qualitative Studien durchgeführt, die beispielsweise auf Interviewdaten oder auf Verhaltensbeobachtungen basieren. Für die Untersuchung der neurokognitiven Risiken, die Kindern das Lesen, Schreiben oder Rechnen erschweren, werden nichtinvasive biopsychologische Verfahren wie EEG und fMRI eingesetzt. Alle IDeA-Studien kombinieren mehrere dieser Methoden, um zu einem möglichst umfassenden Bild über kindliche Lernprozesse und deren Risiken zu gelangen.
