Projekt SpröM
Was ist das Projekt SpröM?
Das Projekt SpröM befasst sich mit der Förderung und Entwicklung sprachlicher und metasprachlicher Fähigkeiten bzw. den langfristigen Effekten dieser Förderung bei Kindern mit und ohne Migrationshintergrund.
Bereits vor Schuleintritt verfügen Kinder über bestimmte Fertigkeiten, die sich als wesentliche Vorläufermerkmale für den Schriftspracherwerb in der Schule erwiesen haben. Von zentraler Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die phonologische Bewusstheit – die Fähigkeit, die Lautstruktur der gesprochenen Sprache zu erkennen. Wie sich in zahlreichen Studien gezeigt hat, haben Kinder, die schon im Kindergarten in diesem Bereich gute Fertigkeiten aufweisen und z.B. einzelne Laute in einem Wort erkennen können, beim späteren Erwerb der Schriftsprache in der Schule einen Vorteil. Es wurde inzwischen in vielen Studien nachgewiesen, dass vorschulische Trainingsprogramme zur Förderung der phonologischen Bewusstheit sich positiv auf die phonologische Bewusstheit auswirken, vor allem aber auch das spätere Lesen- und Schreibenlernen begünstigen (z.B. Schneider, Küspert, Roth, Visé & Marx, 1997). Wenig untersucht ist bislang, ob Kinder mit Migrationshintergrund, die Deutsch als Zweitsprache sprechen, von vorschulischen Trainingsprogrammen zur phonologischen Bewusstheit im selben Maße profitieren wie Kinder, deren Muttersprache Deutsch ist, und wie die langfristige Entwicklung im Lesen und Schreiben bei diesen Kindern im Vergleich zu Kindern ohne Migrationshintergrund verläuft.
Das Projekt SpröM
Bereits im Jahre 2006 wurde das Projekt im Rahmen einer DFG-Förderung begonnen. Seit Herbst 2009 wird es nun im Rahmen von IDeA fortgeführt.
Ursprünglich wurden 490 Kinder mit und ohne Migrationshintergrund in mehreren Kindergärten in Offenbach und Umgebung sowie im Raum Würzburg mit verschiedenen Trainingsprogrammen zur deutschen Sprache im Allgemeinen und zur phonologischen Bewusstheit im Speziellen gefördert. Diese Kinder nahmen in regelmäßigen Abständen an Testungen teil, bei denen wesentliche Vorläuferfertigkeiten des Schriftspracherwerbs (wie z.B. phonologische Bewusstheit, Buchstabenkenntnis, Benenngeschwindigkeit etc.) erhoben wurden. Seit Herbst 2008 (Schuleintritt) nehmen nun zusätzlich auch Kinder an der Studie teil, die im Kindergarten kein solches Förderprogramm absolviert haben. Bei allen Kindern wird seit Schuleintritt in regelmäßigen Abständen die Entwicklung ihrer Lese-Rechtschreib-Fertigkeiten erfasst. Zusätzlich werden Qualitätsmerkmale des Schulunterrichts durch Unterrichtsbeobachtungen und Lehrerinterviews erhoben um zu explorieren, welche Faktoren sich besonders förderlich auf die Entwicklung der Schriftsprachkompetenzen auswirken.
Projektverantwortliche, Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter
Prof. Dr. Andreas Gold, Universität Frankfurt
Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Universität Würzburg
Prof. Dr. Elmar Souvignier, Universität Münster
Dagmar Duzy, Dipl.-Psych., Universität Frankfurt
Marie Pröscholdt, Dipl.-Psych., Universität Würzburg
