Projekt SelF
Was ist das Projekt SelF?
Das Projekt "Selbstregulation und Feedback" befasst sich mit der Umsetzung konkreter Selbstregulationsstrategien in verschiedenen Anwendungsbereichen. Zum gegebenen Zeitpunkt liegt der Fokus des Projekts auf der Thematik des Stereotype Threats und dessen Auswirkungen im Unterricht.
Stereotype Threat beschreibt ein Phänomen, bei welchem die individuelle Leistung sinkt, sobald ein relevantes Stereotyp oder eine stigmatisierte Identität in einer Leistungssituation salient, d.h. auffällig und sichtbar, gemacht wird (Steele, 1997).
Innerhalb des schulischen Rahmens sind es häufig Kinder mit Migrationshintergrund, die von dem Vorurteil betroffen sind, ihre Leistungen seien generell schlechter, als die ihrer deutschen Mitschüler. Doch auch die Leistungen von Mädchen, speziell hinsichtlich ihrer Fähigkeiten im mathematischen Bereich stoßen sehr oft auf Voreingenommenheit.
Diese beiden Erkenntnisse sind primärer Gegenstand des Projektes SelF und werden im Zuge unserer Forschungsarbeit in Kombination mit sog. Wenn-Dann Plänen und Feedbackstrategien auf ihren Einfluss, speziell hinsichtlich der Rechenfertigkeiten in der 6. Klasse untersucht.
Ziele des Projektes und Forschungsdesign
In erster Linie wird die aktuelle Forschungsarbeit des Projektes dazu genutzt Hinweise auf den Einfluss des Lernkontextes hinsichtlich des Stereotype Threat-Phänomens zu erhalten. Dies soll mit Hilfe einer gezielten Manipulation der Instruktion seitens des Versuchsleiters vor Beginn der Aufgabenbearbeitung des Kindes erreicht werden.
Durch die zusätzliche Anwendung der Selbstregulationsstrategien sollen Verbesserungen von Lernleistungen und kognitiven, sowie motivationalen Vorgängen hervorgerufen werden.
Bei den Strategien, die dabei zum Einsatz kommen, handelt es sich zum einen um sog. Wenn-Dann-Pläne und zum anderen um das Feedback.
Bei sogenannten Wenn-Dann-Plänen, oder auch Implementation Intentions (Gollwitzer, 1999) handelt es sich um eine höchst ökonomische Form der Zielverwirklichung durch Vorsatzbildung, welche die Umsetzung von zielgerichtetem Verhalten bedeutend erleichtert.
Wenn-Dann Pläne werden folgendermaßen formuliert: "Wenn Situation X eintritt, dann führe ich die Handlung X aus", und können dadurch von einfachen Zielsetzungen ("Ich möchte Ziel Z erreichen") deutlich abgegrenzt werden.
Externes Feedback hat über dies hinaus einen großes Einfluss auf zukünftige Lernaktivität, ganz besonders in Anbetracht der damit zusammenhängenden Motivation und Selbstwirksamkeitsüberzeugung. Forschungsarbeiten zeigen darüber hinaus, dass die Fähigkeit zur Selbstregulation des Lernens stark von der Qualität des Feedbacks abhängt (Schunk & Rice, 1993; Schunk & Schwartz, 1993).
Effekte der Interventionsmaßnahme und des Stereotyps werden dabei auf den Ebenen Selbsteinschätzung, des Verhaltens und der Leistung erfasst.
Für die aktuelle Studie des Projektes SelF werden nun Kinder der 6. Klasse getestet, die innerhalb einer ca. einstündigen Untersuchung Mathematik Aufgaben lösen werden. Je nach Bedingung, erhalten die Kinder im Vorhinein entweder eine Wenn-Dann-Instruktion oder eine Ziel-Instruktion, bzw. Rückmeldung über ihre Leistung in Form eines Feedbacks. Über dies hinaus werden ihnen kurze Fragen u.a. zur Domain Identification gestellt. Die Sitzungen werden entweder in den Laborräumen unserer Einrichtung durchgeführt oder je nach Kooperationsbereitschaft der Schule des Kindes in den Räumlichkeiten Vorort.
Bei Fragen hinsichtlich des Projektes kontaktieren Sie uns gern unter unten angegebener E-mail Adresse.
Projektverantwortliche
Prof. Dr. Caterina Gawrilow
Mitarbeiterin
Juliane Albert, Dipl. Psych.
Kontaktadresse