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Projekt MEMO

Was ist das Projekt MEMO?

Neben den spezifischen Fertigkeiten in einzelnen schulischen Anforderungen tragen Gedächtnisstrategien zusätzlich dazu bei, Wissen zu erwerben, zu speichern und verschiedenste Aufgaben zu lösen. Das Projekt MEMO beschäftigt sich mit der Entwicklung von sprachbasierten Gedächtnisstrategien bei Kindern mit Entwicklungsstörungen in den Bereichen des Lesens/ Schreibens und Rechnens. Im Projekt MEMO wird die Beantwortung der Frage angestrebt, ob Probleme in sprachorientierten schulischen Bereichen, wie dem Lesen und Schreiben, oder auch dem Rechnen, mit Beeinträchtigungen in grundlegenden strategischen Fertigkeiten einhergehen, oder ob sie von diesen unabhängig sind. Es wird untersucht ob die Entwicklung von Gedächtnisstrategien bei Kindern mit einer Lese-Rechtschreibstörung oder Rechenstörung mit der Entwicklung dieser Strategien bei unbeeinträchtigten Kindern vergleichbar ist oder ob sie von ihr abweicht.

Hintergrund

Verbale Gedächtnisstrategien (Rehearsal) lassen sich allgemein als zielgerichtete kognitive Operationen beschreiben, die zum Einsatz kommen, wenn Informationen eingespeichert werden sollen. In einer Vielzahl von Studien konnte gezeigt werden, dass es Fortschritte in der Entwicklung des kompetenten Strategiegebrauchs von der Vorschulzeit zur Grundschulzeit und darüber hinaus gibt. Beim Rehearsal geht man davon aus, dass es den Funktionen des Arbeitsgedächtnisses unterliegt. Ein funktionstüchtiges Arbeitsgedächtnis ermöglicht Kindern sich neues Wissen anzueignen und anspruchsvolle Fertigkeiten zu erlernen. Defizite im Bereich des Arbeitsgedächtnisses können wiederum dazu führen, dass Fertigkeiten und Wissen nur eingeschränkt erworben werden.
Einige Studien haben einen engen Zusammenhang zwischen einer eingeschränkten Lern-Leistungsfähigkeit und dem Einsatz von Gedächtnisstrategien nachgewiesen (z.B. Dallago & Moely, 1980; Swanson, 1983). Kinder mit Lernschwächen scheinen weniger effizient in der Nutzung von Strategien zu sein. Diese Kinder scheinen häufig Schwierigkeiten zu haben eine systematische Herangehensweise an Aufgaben zu finden und entsprechende Strategien zu produzieren.

Fragestellung

Das Projekt MEMO verfolgt somit drei wichtige Ziele:

  • Wie entwickelt sich der Gebrauch von verbalen Wiederholstrategien bei Kindern mit Defiziten im Lesen / Schreiben bzw. Rechnen im Vergleich zu Kindern, ohne diese Defizite?
  • Findet die Entwicklung von verbalen Wiederholstrategien bei Kindern mit und ohne kognitive Defizite mit der gleichen Geschwindigkeit statt oder sind Verzögerungen in den Entwicklungsveränderungen zu beobachten?
  • Geht mit der Entwicklung innerhalb der Wiederholstrategien bei Kindern mit und ohne kognitive Defizite eine Entwicklung in der Funktionstüchtigkeit des Arbeitsgedächtnisses einher?

Untersuchungsdesign

Basierend auf Voruntersuchungen, in denen Vorläuferfertigkeiten des Rechnens und Lesens erfasst wurden, werden ca. 100 Kinder ausgewählt, die sich auf folgende 5 Gruppen verteilen: Kinder mit Lese-Rechtschreibstörung, Kinder mit Rechenstörung, Kinder mit einer kombinierten Lese-Rechtschreibstörung und eine Kontrollgruppe mit unbeeinträchtigten Kindern. Die in dem Screening ausgewählten Kinder sollen im Abstand von ca. 4-6 Monaten Aufgaben zum Rehearsalverhalten parallel zu Aufgaben zur Erfassung der Arbeitsgedächtnisfunktionen (als mögliche grundlegende Entwicklungsmotoren) bearbeiten. Das Lernverhalten der Kinder wird audiovisuell aufgezeichnet. Dies ermöglicht eine detaillierte Auswertung des Strategieeinsatzes und seiner Veränderungen.

Projektverantwortliche

Prof. Dr. Marcus Hasselhorn
Dr. Martin Lehmann

Mitarbeit

Nadine Malstädt

Kontaktadresse

memo@idea-frankfurt.eu