Sie sind hier: Startseite Wissenschaft und Bildungsverantwortliche Projekte Projekt LEMO

Projekt LEMO

Was ist das Projekt LEMO?

Das Projekt LEMO beschäftigt sich mit dem Thema "LErnMOtivation von Grundschulkindern". Motivation spielt eine wichtige Rolle bei allen Lernprozessen. Sie äußert sich darin, dass wir Fertigkeiten erlernen, verbessern und beweisen möchten. Eine hohe Lernmotivation kann dazu beitragen, dass sich ein Kind ausdauernd mit Aufgaben beschäftigt und sich auch trotz Schwierigkeiten behauptet. Die Lernmotivation formt sich während der Grundschuljahre aus und stellt lebenslang eine Voraussetzung erfolgreichen Lernens dar. Das Vorliegen eines Migrationshintergrunds gilt z.T. als Risikofaktor schulischen Erfolgs, jedoch ist gerade bei diesen SchülerInnen und ihren Eltern die schulische Motivation oft stark ausgeprägt (vgl. Christensen & Stanat, 2006). Für Grundschulkinder liegen bisher jedoch kaum Untersuchungen zu dieser Thematik vor.

Im Projekt LEMO geht es darum, zu erforschen, weshalb Kinder LErnen MOegen, was Kinder zum Lernen motiviert: Ist es bspw. die Freude am Lernen oder an den eigenen guten Leistungen? Und wie wirken sich Erfolgs- und Misserfolgserlebnisse auf die kindliche Motivation aus? Besonders wichtig ist uns dabei auch, mehr über die Situation von Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund zu erfahren. Der Schwerpunkt liegt hier auf der zahlenmäßig größten Gruppe von Kindern mit türkischem Migrationshintergrund (vgl. Eurydice, 2003/04). Wir möchten Informationen darüber gewinnen, wie die Ressource Motivation noch besser genutzt werden kann, um Kinder langfristig in ihren individuellen Entwicklungs- und Lernprozessen optimal zu unterstützen.

Fragestellungen des Projektes

  • Unterscheiden sich Kinder mit und ohne Migrationshintergrund in ihrer Lernmotivation?
  • Entwickelt sich ihre Lernmotivation während des Schulbesuchs unterschiedlich? Wenn ja, wie?
  • Wie beeinflusst die Lernmotivation (ggf. kulturspezifisch) die Leistungen der Kinder?
  • Lassen sich kulturspezifische Strategien identifizieren, die Kinder nutzen, um mit schulischen Erfolgs- und Misserfolgserlebnissen umzugehen?

Untersuchungsaufbau

Um diesen Fragen nachzugehen, wurden im Schuljahr 2009/2010 insgesamt über 200 Kinder in einem querschnittlichen Design untersucht. Die Schülerinnen und Schüler verteilen sich annähernd gleich auf die erste und vierte Jahrgangsstufe. Etwa 50 der Kinder haben einen türkischen, knapp 100 einen Migrationshintergrund aus verschiedenen anderen Ländern. Weitere 50 Kinder haben keinen Migrationshintergrund.
Die Lern- und Leistungsmotivation von Erst- und Viertklässler/innen wurde als direkt beobachtbares Zielsetzungsverhalten während einer Aufgabenbearbeitung operationalisiert. Die Viertklässlerinnen und Viertklässler wurden darüberhinaus in Fragebögen direkt zu ihrer Motivation befragt.

Projektverantwortliche

Prof. Dr. Marcus Hasselhorn
Anna-Catharina Grohmann, Dipl.-Psych.

Ansprechperson

Anna-Catharina Grohmann

Kontaktadresse

lemo@idea-frankfurt.eu