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Projekt FLUX

FLUX – ein Projekt zu kognitiven Leistungsschwankungen im Schulalltag

Das Projekt FLUX (Assessment of Cognitive Performance FLUctuations in the School ConteXt) untersucht kognitive Leistungsschwankungen im Schulalltag. Ziel des Projektes ist es, tagtägliche Schwankungen kognitiver Ressourcen auf Gruppenniveau und auf dem Niveau des Individuums zu beschreiben und ihre Bedeutung für fluide Intelligenz und Schulleistung mittels Ambulatory Assessment Methoden zu untersuchen.

Hintergrund

Kognitive Ressourcen stellen eine wesentliche Grundlage für Lernen und das Erbringen von Schulleistungen dar. Besonders die Arbeitsgedächtniskapazität hat sich als eine zentrale Determinante von Intelligenz- und Schulleistungen erwiesen. Das Arbeitsgedächtnis ist zuständig für das simultane Speichern und Verarbeiten von Informationen. In jüngerer Zeit haben Studien der kognitiven Entwicklungspsychologie gezeigt, dass bei Erwachsenen kognitive Ressourcen wie die Arbeitsgedächtniskapazität über Wochen, Tage und Trials in Aufgaben substanzielle Schwankungen aufweisen. Leistungsschwankungen sind ein Phänomen, das Lehrern und Eltern gut bekannt ist, auch wenn sie es wahrscheinlich nicht so bezeichnen würden. Es scheint weitgehend akzeptiert, dass Kinder wie auch Erwachsene gute und schlechte Tage in Bezug auf ihre kognitiven Leistungen haben, in deren Folge sie mehr oder weniger Schwierigkeiten haben, aufmerksam zu sein und kognitive Aufgaben, standardisierte Tests oder Examen gut zu bearbeiten. Dennoch haben bisher nur wenige Studien systematisch tagtägliche Schwankungen kognitiver Leistungen von Kindern sowie deren Beziehung zu Schulleistungen untersucht. Darüber hinaus sind mögliche Bedingungen und Kovariate von Leistungsschwankungen unbekannt.

Ziele des Projektes FLUX

Ziel des Projektes FLUX ist es, tagtägliche Schwankungen kognitiver Ressourcen im Schulkontext mit Hilfe von Ambulatory Assessment Methoden zu untersuchen. Aktuell werden kognitive Aufgaben mit befriedigenden psychometrischen Eigenschaften für diesen Zweck entwickelt. Sobald diese Phase abgeschlossen ist, sollen tagtägliche Schwankungen beschrieben und ihre Bedeutung für fluide Intelligenz und Schulleistungen auf Gruppenniveau und auf dem Niveau des Individuums mittels Mehrebenen- und Zeitreihenverfahren untersucht werden.

Forschungsdesign und Untersuchungsmethoden

Mit Hilfe von Mobiltelefonen werden Schwankungen kognitiver Ressourcen von Schulkindern täglich über zwei repräsentative Zeiträume von mehreren Wochen innerhalb des Schuljahres erfasst. Etwa 120 Kinder im dritten und vierten Schuljahr sollen im Großraum Frankfurt rekrutiert werden. Sie sollen täglich kognitive Aufgaben durchführen, die die Arbeitsgedächtniskapazität, die Verarbeitungsgeschwindigkeit und das Updaten von Inhalten aus dem Gedächtnis erfassen, sowie kurze Fragen über ihre Stimmung, motivationale und situationale Aspekte beantworten. In Prä- und Post-Erhebungen werden Schulleistung, fluide Intelligenz und Hintergrund-Variablen erfasst.

Meilensteine im kommenden Jahr

Das Projekt FLUX startete im Oktober 2010 und befindet sich in einer Pilotphase. Aktuell werden kognitive Aufgaben für die Verwendung auf Mobiltelefonen entwickelt. In Zusammenarbeit mit Kollegen der Abteilung für Technology Based Assessment werden Aufgaben an die Mobiltelefon-Umgebung angepasst und die technischen Voraussetzungen für die Datenerhebung geschaffen. Eine erste Pilotstudie ist für 2011 geplant.

Projektverantwortliche

Prof. Dr. Florian Schmiedek
Dr. Judith Dirk

Ansprechpartnerin

Dr. Judith Dirk

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Verena Diel, Dipl.-Psych.
Tanja Könen, Dipl.- Psych.
Jan Kühnhausen, M.Sc.
Anja Leonhardt, Dipl.-Psych.

Kooperationspartner

Prof. Martin Sliwinski (Penn State University, USA)
Prof. Nilam Ram (PennState University, USA)
Prof. Bernhard Schmitz (TU Darmstadt)
Dr. Heiko Rölke und Kollegen (Technology Based Assessment, DIPF)

Kontaktadresse

flux@idea-frankfurt.eu