Projekt erStMaL
Was ist das Projekt erStMaL?
Das Projekt erStMaL erforscht die mathematische Denkentwicklung von Kindern unter Berücksichtigung des Migrationshintergrunds in Form einer Längsschnittstudie. Die Kinder sollen - so weit wie möglich - vom dritten Lebensjahr an bis in die dritte Jahrgangsstufe der Grundschule begleitet werden. Im ersten Erhebungszeitraum werden ausschließlich Kindergartenkinder einbezogen.
Mathematisches Denken geht aus Verstehensprozessen hervor, die u. a. in der kindlichen Begriffsentwicklung zum Ausdruck kommen. Diese Begriffsentwicklung fügt sich in den umfassenden Prozess des Spracherwerbs ein. Aus diesem Grunde wird ein enger theoretischer Zusammenhang zur sprachlichen Entwicklung bei Kindern hergestellt.
Dies wird im IDeA-Zentrum durch die Kooperation der Projekte erStMaL und MILA realisiert.
Ziele des Projektes
Ziel des Projektes ist die Rekonstruktion von Entwicklungslinien mathematischen Denkens, die den Umgang mit Zahlen, mit Daten und Zufall, mit Größen und Messen, geometrischen Formen und Körpern und mit Mustern und Strukturen in den Blick nehmen. Dabei werden sozial-konstitutive Momente als integraler Bestandteil individueller Denkentwicklung in besonderer Weise berücksichtigt.
Forschungsdesign/ Untersuchungsmethode
Die sozial-konstitutiven Momente der mathematischen Denkentwicklung werden in drei verschiedenen Basis-Settings untersucht, für die speziell Spiel- und Erkundungssituationen entwickelt wurden.
Ein Beispiel für eine solche Situation aus dem Bereich "Umgang mit Mustern" ist das Nachgehen von Fuß-Hand-Spuren, das Legen und Erfinden von Spuren mit "Spurenkärtchen" und das Weiterführen von vorgegebenen Fuß-Hand-Spuren mit "Spurenkärtchen" (siehe Bild).
Auch die Auseinandersetzung mit Materialien, wie Knete, Klötzen und Alltagsgegenständen ist in solchen Situationen möglich. Die Kinder können mit diesen Materialien formen, bauen und sie sortieren.
In der gewohnten Umgebung des Kindergartens werden dabei halbjährlich sowohl Situationen mit als auch ohne Erzieherin angeregt:
- Kindertandems und Kindergruppen (3 – 4 Kinder)
Hier arbeiten altershomogene Kindertandems bzw. -gruppen bzw. altersheterogene Kindergruppen in speziell entwickelten Spiel- und Erkundungssituationen mit Anregungsmaterial und werden dabei von einem Erwachsenen aus dem Forscherteam begleitet. - Erzieherinnen mit Kindertandems- und Gruppen
Erzieherinnen gestalten Situationen für altershomogene Kindertandems bzw. -gruppen ohne Anregungsmaterial vom Forscherteam. Die Vorgabe für die Erzieherin ist dabei, keine instruktionsbasierten Fördermaterialien und -programme zu verwenden.
Darüber hinaus werden einmal im Jahr auch Situationen angeboten, in denen sich einige Kinder zusammen mit ihren Eltern auf mathematische Erkundungen einlassen können.
Die beschriebenen Settings werden videografiert und mit verschiedenen qualitativen Verfahren (z.B. konversationsanalytische Methoden, Qualitative Inhaltsanalyse, Argumentationsanalyse) ausgewertet. Ergänzend werden standardisierte Tests zur mathematischen Begriffsentwicklung und zur Messung kognitiver Grundfähigkeiten eingesetzt.
Projektverantwortliche
Prof. Dr. Götz Krummheuer
Prof. Dr. Rose Vogel
Jun. Prof. Dr. Birgit Brandt
Melanie Huth
Anna Hümmer
Ergi Acar
