Projekt ADHS
Was ist das Projekt ADHS?
Das Projekt ADHS befasst sich seit 2002 mit Aspekten der Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und der Selbstregulation. Unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Gawrilow wurde das Projekt 2002 in Konstanz gegründet und von 2005 bis 2009 in Hamburg fortgeführt. Seit April 2009 ist das Projekt ADHS in das IDeA-Zentrum eingebunden.
ADHS ist eine der häufigsten kinder- und jugendpsychiatrischen Störungen. Betroffene Kinder sind besonders unaufmerksam, hyperaktiv und impulsiv, was zu Schwierigkeiten in der Schule und im sozialen Umfeld führt. Zudem haben Kinder und Jugendliche mit ADHS große Schwierigkeiten im Bereich der exekutiven Funktionen - d. h. bei der Verhaltens- und Reaktionshemmung oder beim flexiblen Wechsel zwischen Aufgaben. Dadurch ist ihre Fähigkeit zur Selbstregulation eingeschränkt.
Schwerpunktmäßig beschäftigt sich das Projekt ADHS mit den Fragen (1) Welche Kompetenzen und besondere Schwierigkeiten haben Kinder und Jugendliche mit ADHS? und (2) Können selbstregulative Strategien für ADHS-Betroffene hilfreich sein?
Ziele und Fragestellungen des Projektes ADHS
Welche Kompetenzen und Schwierigkeiten haben Kinder und Jugendliche mit ADHS?
Obwohl bekannt ist, das Kinder und Jugendliche mit ADHS große Schwierigkeiten im Bereich der exekutiven Funktionen haben, ist immer noch fraglich wie diese Probleme genau aussehen – Forschungsfragen beziehen sich z.B. darauf ob Kinder mit ADHS Schwierigkeiten in allen Bereichen haben, die exekutive Funktionen erfordern und ob alle Kinder mit ADHS dieselben Probleme haben. Um dies zu beantworten, entwickeln wir kindgerechte Aufgaben, die z.B. die Reaktionshemmung oder Belohnungsverzögerung (d.h. auf eine kleine Belohnung verzichten, um später eine größere zu bekommen) erfordern. Diese und weitere Aufgaben (z.B. zur Erfassung des Arbeitsgedächtnisses) stellen wir Kindern mit und ohne ADHS, um die spezifischen Probleme und Stärken der Kinder mit ADHS zu untersuchen. In einer längsschnittlich angelegten Studie möchten wir außerdem herausfinden, welche Faktoren kennzeichnend für ein Risiko für ADHS sind. Dazu begleiten wir Kinder beim Übergang vom Kindergarten in die Grundschule und untersuchen, wie für Kinder mit Selbstregulationsschwierigkeiten der Schuleintritt verläuft. Ziel ist es, ein Risiko für ADHS möglichst früh feststellen zu können, um betroffenen Kindern schon vor der Einschulung eine Förderung zukommen zu lassen.
Können selbstregulative Strategien für ADHS-Betroffene hilfreich sein?
Die Fähigkeit, Gefühle, Gedanken und Verhalten zu kontrollieren (d.h. die Selbstregulationsfähigkeit) steht in engem Zusammenhang mit der Zufriedenheit in vielen unterschiedlichen Lebensbereichen (z.B. Gesundheit und psychisches Wohlbefinden) und hat positive Auswirkungen auf soziale Fertigkeiten und schulische Leistungen. Manche Kinder und Jugendliche, besonders diejenigen mit ADHS, haben Schwierigkeiten mit der Selbstregulation. Vor allem Kinder und Jugendlichen mit Schwierigkeiten in der Selbstregulation (z.B. Kinder mit ADHS) können von Selbstregulationsstrategien profitieren. Zu diesen Strategien zählt das Formulieren so genannter Wenn-Dann Pläne, in denen festgelegt wird, wann, wo und wie ein bestimmtes Verhalten gezeigt wird, um ein konkretes Ziel zu erreichen.
Dabei untersuchen wir die Wirkung von Wenn-Dann Plänen nicht nur unter Laborbedingungen, sondern auch anwendungsbezogen, speziell im schulischen Kontext. Im Zusammenhang mit ADHS interessieren wir uns dafür, ob Selbstregulationsstrategien Kindern mit ADHS helfen können, ihren Schulalltag besser zu bewältigen. Diese Studie wird in Kooperation mit dem Privaten Gymnasium Esslingen, einer Schule für Kinder mit ADHS, durchgeführt und von der Robert Bosch Stiftung gefördert. Im Rahmen einer weiteren Studie, die sich über 18 Monate erstreckt, überprüfen wir die Wirksamkeit eines neu entwickelten Selbstregulationstrainings mit dem Ziel, das Sportverhalten besonders von Jugendlichen mit Entwicklungsrisiken zu fördern, und dadurch ihr psychisches Wohlbefinden und ihre Aufmerksamkeits- und Gedächtnisleistungen langfristig zu verbessern.
Forschungsdesigns und Untersuchungsmethoden
Den Großteil unserer Studien führen wir querschnittlich und experimentell durch, wobei wir bei einigen dieser Studien auch korrelative Designs nutzen. Darüber hinaus verwenden wir längssschnittliche Designs mit Zeitspannen von wenigen Wochen bis hin zu zwei Jahren.
Wenn sie mehr Informationen wünschen und mehr über aktuelle und abgeschlossene Projekte erfahren möchten besuchen Sie bitte unsere Website unter: www.adhd-research.com
Synergien
Projekt GIDeCA
Projekt KoKo
Projekt SelF
Projektverantwortliche
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Juliane Albert, Dipl. Psych.
Lena Guderjahn, Dipl. Psych.
Shuan-Ju Rita Hung, M. A.
Nadine Langguth, Dipl. Psych.
Julia Merkt, Dipl. Psych.
Tilman Reinelt, Dipl. Psych.
Karl-Heinz Untch, Dipl. Psych.
Andrea Wirth, Dipl. Psych.
Kooperationspartner
Dr. Isabella Paul Universität Konstanz
Dr. Gertraud Stadler Columbia University
Dr. Antje von Suchodoletz Universität Freiburg
Beratungsstelle Main-Kind Frankfurt
Griffin Early Childhood Center Chicago
Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität
Philip-Holzmann-Schule
Praxis Dr. Goossens-Merkt
Privates Gymnasium Esslingen
Sozialpädiatrisches Zentrum Frankfurt Mitte
Sozialpsychatrisches Zetrum für Kinder und Jugendliche Frankfurt
National Taiwan University Hospital
