Projekt ReAL

Was ist das Projekt ReAL?

Lesen und Rechnen sind wichtige Fähigkeiten, ohne die eine selbstbestimmte Teilnahme  am gesellschaftlichen Leben schwierig ist. Manche Kinder haben große Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens oder des Rechnens. Im Projekt ReAL (Neurobehavioral Development of Reading and Arithmetic Skills - A Longitudinal Study) sollen Kinder hinsichtlich der  Entwicklung dieser Fähigkeiten über mehrere Jahre hinweg untersucht werden. Im Mittelpunkt steht dabei, welche unterschiedlichen Wege und Strategien Kinder nutzen, wenn sie versuchen, Wörter zu lesen und Rechenaufgaben zu lösen. Beispielsweise könnten sie Wörter Buchstabe für Buchstabe erschließen oder beim Rechnen mit den Fingern zählen. Um verstehen zu können, welche Strategien Kinder beim Lesen und Rechnen anwenden, wollen wir versuchen, die beteiligen Prozesse mit verschiedenen Methoden zu erfassen. Einerseits soll beobachtet werden, was die Kinder während der Bearbeitung der verschiedenen Aufgaben tun. Des Weiteren werden sie gezielt zu ihrem Vorgehen befragt. Durch den Einsatz von Verfahren aus der Hirnforschung erhoffen wir uns schließlich, solche Prozesse sichtbar zu machen, welche nicht im Verhalten des Kindes beobachtbar sind.

Durch die Erfassung von Hirnaktivitäten soll aufgedeckt werden, welche Bereiche des Gehirns am Lesen und Rechnen beteiligt sind, und in welcher Weise Vernetzungen zwischen diesen entstehen. Im Projekt ReAL werden dazu fMRT-Untersuchungen durchgeführt, mittels derer die Durchblutung des Gehirns erfasst werden kann. Diese Methode kann zeigen, wo etwas im Gehirn passiert. Um genau erschließen zu können, wann etwas im Gehirn passiert, werden zusätzlich EEG-Untersuchungen durchgeführt, die es ermöglichen, die elektrische Aktivität des Gehirns zu untersuchen. Beide Verfahren sind für den Körper nach heutigem Erkenntnisstand völlig unschädlich.

Durch die Ergebnisse der verschiedenen Untersuchungen können Prozesse des kindlichen Lesens und Rechnens Schritt für Schritt analysiert werden. Von der laut ausgesprochenen Antwort eines Kindes über die verwendeten Strategien bis hin zur Aktivität des Gehirns ergeben sich bedeutende Anhaltspunkte. Diese können zu einem besseren Verständnis des Erwerbs der schulischen Fertigkeiten beitragen. Die Erkenntnisse des Projekts ReAL können möglicherweise die Förderung des Lesens und Rechnens verbessern. Darüber hinaus könnten sie dazu beitragen, dass Kinder mit besonderen Schwierigkeiten in diesen Bereichen gezielt in ihrer Entwicklung unterstützt werden können.

Projektverantwortliche

Prof. Dr. Marcus Hasselhorn
Dr. Sven Lindberg
Jan Lonnemann

Kontaktadresse

real@idea-frankfurt.eu

 


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