Projekt PaSS
FAUSTLOS durch die Schule
"Der kleine Marvin arbeitet im Kunstunterricht der Schule eifrig an seinem Plakat zum Thema Unterwasserwelt. Als er kurz zur Lehrerin geht, um ihr eine Frage zu stellen, hört Marvin einen Mitschüler rufen: 'Marvin, schau mal her!'. Als Marvin sich umdreht, sieht er, dass sein Plakat am Boden liegt. Natürlich ärgert sich Marvin sehr, denn er hatte sehr viel Mühe in das Plakat investiert." Vielleicht kennen auch Sie solche oder ähnliche Situationen aus dem Schulalltag. Die Möglichkeiten, wie Kinder mit derartigen Situationen umgehen, sind recht vielfältig und reichen vom bloßen Akzeptieren der Situation bis hin zu aggressiven Reaktionen. Damit es in der Folge von Provokationen oder Streitereien nicht zur Anwendung von Gewalt kommt, werden im Schulalltag Präventionsprogramme zur Vorbeugung von Aggressivität eingesetzt. Eines dieser Programme, das auch in hessischen Grundschulen angewandt wird, ist Faustlos.
Der Schwerpunkt des Faustlos-Programms liegt auf der Vermittlung sozialer Basiskompetenzen: Wie teile ich meine Gefühle mit, wie kann ich mich in die Gefühle meines Gegenübers hineinversetzen und welche Möglichkeiten zur Konfliktlösung gibt es?
Doch wie viel bringt ein solches Programm langfristig und wovon hängen seine Effekte ab?
Welchen Beitrag kann PaSS leisten?
Leider werden Präventionsprogramme zur Verringerung aggressiven Verhaltens noch nicht in allen Grundschulen angewendet, da die Umsetzung mit hohen Kosten und einem enormen Zeitaufwand verbunden ist und nicht klar ist, welchen Nutzen solche Programme effektiv haben. Ziel unserer Arbeit ist es aus diesem Grund, Antworten auf die Frage nach der Nützlichkeit und Akzeptanz solcher Präventionsprogramme zu geben.
Welchen Beitrag können SchülerInnen, Eltern und Lehrkräfte zum Gelingen von PaSS leisten?
Da wir herausfinden möchten, was das Faustlos-Programm langfristig gesehen nützt, sind wir auf die Unterstützung von Ihnen angewiesen. Wir haben Kontakt zu Grundschulen im Bundesland Hessen aufgenommen, die entweder mit dem Faustlos-Programm arbeiten oder es aber nicht einsetzen. Zum jetzigen Zeitpunkt freuen wir uns sehr, dass wir auf die Unterstützung von 120 Schülerinnen und Schülern der 4. Klassen sowie ihrer Eltern und Lehrkräfte zählen können. Von diesen SchülerInnen haben 80 das Faustlos-Programm absolviert und 40 Kinder haben noch nie mit diesem Programm gearbeitet.
Um unsere Fragen zu beantworten, wollen wir mit den SchülerInnen und ihren LehrerInnen über Ihre Erfahrungen mit dem Präventionsprogramm sprechen. Darüber hinaus fragen wir Kinder, Eltern und Lehrer nach Überzeugungen, die im Zusammenhang mit aggressivem Verhalten stehen, sowie Problemlösestrategien und sozialen Kompetenzen. Uns geht es insbesondere um das Verhalten von Kindern in unterschiedlichen Situationen, wie z.B. der Schule oder der Freizeit.
Um uns, einen möglichst umfassenden Eindruck über das kindliche Verhalten zu bilden, besuchen wir die Kinder, die unser Forschungsprojekt unterstützen, zu drei verschiedenen Zeitpunkten innerhalb von 1,5 Jahren in der Schule. Der erste Besuch fand im Februar 2009 statt, geplant sind zwei weitere Befragungen im Mai/Juni 2009 sowie im Mai/Juni 2010 (dann an der weiterführenden Schule).
Wir wollen an dieser Stelle einen ganz herzlichen Dank an alle Kinder, Eltern und Lehrer aussprechen, die unser Projekt PaSS bereits unterstützen und dies auch weiterhin tun. "Herzlichen Dank!"
Wo steht PaSS jetzt?
Dank der Unterstützung zahlreicher hessischer Grundschulen, ihrer Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern konnte PaSS im Februar 2009 erfolgreich die Startlöcher verlassen und befindet sich nun auf dem Wege, die aufgeworfenen Forschungsfragen zu beantworten. Im Moment beschäftigen wir uns auch weiterhin mit der Sichtung der Fragebögen und Interviews des 1. und 2. Erhebungszeitraumes und der weiteren Auswertung der Daten.
Ergebnisse
Wie bereits in unserem Newsletter Herbst 2009 angekündigt, möchten wir Ihnen eine detaillierte Übersicht über unsere Ergebnisse bis zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stellen. Diese Ergebnisübersicht beinhaltet Angaben zu unseren Fragestellungen, den eigesezten Fragen sowie Ergebnissen unserer Studie. Den Bericht finden Sie hier. Die Datei ist im pdf-Format gespeichert und mit einem Passwort geschützt. Um die Datei öffnen zu können, benötigen Sie den kostenlosen Adobe Reader und das von uns zugesandte Passwort.
Projektverantwortliche
Prof. Dr. Michael Fingerle, Dipl.-Psych.
Dr. Mandy Grumm, Dipl.-Psych.
Mitarbeit
Sascha Hein, Dipl.-Päd.
Ansprechperson
Dr. Mandy Grumm, Dipl.-Psych.
Kontaktadresse