Projekt LeA

Was wird im Projekt LeA untersucht?

Lesen und Rechnen gehören zu den Kompetenzen, die schon früh in der Schule gelernt werden sollen. Für die Probleme, die einige Kinder mit dem Erwerb dieser Fertigkeiten haben, gibt es in der Wissenschaft unterschiedlich Erklärungsansätze. Probleme in der Verarbeitung sprachlichen Materials oder auch die Geschwindigkeit, in der Dinge benannt und verarbeitet werden können, hängen z.B. mit der Lese- und Rechenleistung zusammen.
Das LeA (LearningAcceleration) Projekt beschäftigt sich mit der Untersuchung des Lese- und Rechenvorgangs und den zugrundeliegenden Mechanismen. Dabei fokussiert es die Beschleunigung des Lese- und Rechenprozesses.
Das Projekt orientiert sich an einem Ansatz, der erstmalig in Israel untersucht wurde. Eine Forscherin (Zvia Breznitz) konnte in ihren Forschungsprojekten zeigen, dass Menschen weniger Fehler beim Lesen machen und sich das Gelesene besser merken können, wenn sie Sätze schneller lesen als sie es normalerweise tun würden. Dieses Phänomen hat sie acceleration phenomenon (Beschleunigungsphänomen) genannt. Zvia Breznitz konnte nicht nur zeigen, dass sich die Leistungen durch eine Beschleunigung verbessern, sondern auch dass die Leistungsverbesserungen bei Menschen mit Leseschwierigkeiten besonders groß sind.
Dieses Beschleunigungsphänomen ist bis jetzt nur in der hebräischen und der englischen Sprache untersucht worden. In dem LeA Projekt wird deswegen die Frage gestellt, ob sich das Phänomen auch in der deutschen Sprache finden lässt. Zusätzlich soll untersucht werden, ob sich eine Leistungsverbesserung durch eine Beschleunigung auch im mathematischen Bereich zeigen lässt.

Wie ist die Untersuchung aufgebaut?

Im LeA Projekt werden zu einem Erhebungszeitpunkt Kinder der 3. Klasse untersucht. Durch das LeA Projekt soll herausgefunden werden, inwieweit sich die Kinder durch das schnellere Bearbeiten von Aufgaben in ihrer Behaltensleistung und der Anzahl der Fehler verbessern. Überprüft wird dies anhand von Fragen, die den Aufgaben folgen. Zusätzlich zu der Verständnisleistung werden die Lesefehler gezählt und es wird ermittelt, ob die Kinder beim beschleunigten Lesen weniger Fehler machen als beim normalen Lesen. Im Bereich Mathematik soll untersucht werden, ob die Kinder bei einer schnelleren Bearbeitung der Aufgaben mehr richtige Ergebnisse nennen können.

Ziele des LeA Projektes

Das LeA Projekt möchte erforschen, inwieweit Kinder mit Problemen im Bereich Lesen oder Rechnen (oder in beiden Bereichen) von einer Beschleunigung profitieren können und sich dadurch Leistungsverbesserungen einstellen. Ist dies der Fall, wären die Ergebnisse wertvoll für die Entwicklung zukünftiger Interventionsprogramme. Diese könnten Kindern mit Lese- und Rechenproblemen helfen, an ihren Schwierigkeiten zu arbeiten und sie zu überwinden. Weiterhin können durch das Forschungsprojekt noch offene Fragen des Zustandekommens von Lese- und Rechenproblemen geklärt werden.

Projektverantwortliche

Prof. Dr. Marcus Hasselhorn
Dr. Sven Lindberg
Telse Nagler

Ansprechpartner

Dr. Sven Lindberg
Telse Nagler

Kontaktadresse

lea@idea-frankfurt.eu

 

 

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