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Projekt FLORI

Was ist das Projekt FLORI?

Das Projekt FLORI (Fluency Learning through Oral Reading Instruction) befasst sich mit der Förderung der Leseflüssigkeit bei Grundschulkindern mithilfe von Lautleseverfahren sowie mit der Evaluation dieser Förderung.

Die großen Schulleistungsstudien (PISA /IGLU) haben auf den besonderen Stellenwert des Lesens hingewiesen. In der Grundschule werden die literalen Grundlagen gelegt, die die Lesefähigkeit und damit die weitere Schul- und Berufslaufbahn wesentlich mitbestimmen. In den weiterführenden Schulen wird vorausgesetzt, dass die Schülerinnen und Schüler in der Lage sind,  altersangemessene Texte ohne Schwierigkeiten zu lesen und zu verstehen und aus ihnen zu lernen.

Im Grundschulalter lässt sich durch geeignete Übungen die Leseflüssigkeit erfolgreich verbessern. Flüssig liest, wer einen Text (still oder laut) weitgehend fehlerfrei, hinreichend automatisiert, angemessen schnell und sinnorientiert betont (vor-)lesen kann. Wer laut und wiederholt vorliest, trainiert die Automatisierung der Worterkennung, die Lesegenauigkeit und die Bildung von Wortgruppen. Lesefehler werden vom Lesepartner während des Leseprozesses sofort erkannt und korrigiert. Eine bessere Leseflüssigkeit geht mit besserem Textverstehen einher; das ist praktisch nachgewiesen, aber auch lesetheoretisch überzeugend.

Als Trainingsform für flüssiges Lesen haben sich zwei Lautleseverfahren bewährt: die Lautlese-Routine und die Lautlese-Tandems. Bei der Lautlese-Routine liest die Lehrperson der Klasse den Text zweimal vor, sie ist das "Lesemodell". Danach liest die ganze Klasse den Text einmal im Chor, anschließend liest jeder Schüler den Text seinem Nachbarn vor. Bei dem zweiten Förderverfahren, den Lautlese-Tandems, werden Schülerpaare gebildet: Ein etwas leseflüssigeres Kind übt mit einem weniger gut lesenden Kind zusammen so lange beziehungsweise so oft laut zu lesen, bis eine gute Leseflüssigkeit erreicht ist.

Ziele des Projektes

Vorangegangene Untersuchungen mit leseschwachen Hauptschülern haben gezeigt, dass eine Förderung der Leseflüssigkeit durch Lautleseverfahren zu Beginn der Sekundarstufe möglich ist und positive Effekte für das Textverstehen zeigt. Das Erkenntnisinteresse des Projektes FLORI baut darauf auf, indem geklärt werden soll, ob der Einsatz von Lautleseverfahren in der Grundschule hilft, defizitäre Lesefähigkeiten zu vermeiden oder zu vermindern. FLORI soll also eine Antwort auf die Frage nach der präventiven Wirksamkeit von Lautleseverfahren erlauben..

Im Projekt kommen zur Förderung der Leseflüssigkeit zwei Lautleseverfahren im Unterricht zum Einsatz: eine Lautlese-Routine als eher lehrerzentrierter Ansatz und die Methode der Lautlese-Tandems als Variante des Peer-Assisted Learning. Es wird überprüft, ob sich durch das Lesetraining mit einem dieser Lautleseverfahren die Verbesserung der Leseflüssigkeit und des Leseverstehens erreichen lässt. Außerdem soll durch den Vergleich festgestellt werden, ob sich grundsätzlich oder für bestimmte Gruppen der Schülerschaft eine Überlegenheit des stärker durch die Lehrperson unterstützten Verfahrens oder des kooperativ ausgerichteten Verfahrens zeigt.

Untersuchungsmethode

Im Mittelpunkt des Forschungsvorhabens steht die Evaluation der Förderung der Leseflüssigkeit bei etwa 1000 Schülerinnen und Schülern dritter Grundschulklassen. Neben den Klassen, die das Lesetraining mit einem der beiden Lautleseverfahren durchführen, gibt es eine Reihe von Kontrollklassen, die ohne spezifische Förderung an den Erhebungen teilnehmen.

Die Lehrerinnen und Lehrer der teilnehmenden Klassen werden im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung vorbereitet; die Durchführung des Trainings wird durch ausgearbeitete Unterrichtsmaterialien unterstützt.

Bei beiden Lautleseverfahren findet das Training ein Schulhalbjahr lang dreimal wöchentlich jeweils 20 Minuten im regulären Unterricht statt.  Die Schüler dieser Treatmentklassen erhalten altersangemessene Texte als Trainingsmaterial.

Um die Wirksamkeit der Lautleseverfahren zu überprüfen, werden Leseflüssigkeit, Textverstehen und einige weitere Variablen von allen Schülerinnen und Schülern, die am Projekt teilnehmen, zu Beginn und am Ende der Leseförderung sowie ein halbes Jahr nach Abschluss der Förderung erhoben. Für diese Evaluation werden standardisierte diagnostische Tests und Fragebögen eingesetzt. Zur Gewährleistung der Implementationssicherheit werden regelmäßig Unterrichtsbeobachtungen durchgeführt.

Projektverantwortliche

Prof. Dr. Andreas Gold
Prof. Dr. Cornelia Rosebrock
Silke Behrendt
Marie Lauer-Schmaltz

Kontaktadresse

flori@idea-frankfurt.eu

Das Projekt kooperiert mit dem Amt für Jugend, Schulen und Sport des Main-Taunus-Kreises.