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Projekt EMiL

Was ist das Projekt EMiL?

Einflussgrößen und Mechanismen der sozialen und ethnischen Herkunft für die individuelle Lernentwicklung und schulische Erfolge (EMiL).
Fragen nach den Gründen von ungleichen Startchancen von Kindern aus unterschiedlichen sozialen und kulturellen Milieus im Bildungssystem interessieren uns im Projekt EMiL. Im Projekt wollen wir nach bestimmten familialen Merkmalen suchen, um neue Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen sozialer und ethnischer Herkunft und Schulerfolg zu gewinnen. Denn der Umgang miteinander und die familialen sozialen Alltagspraktiken gelten als wichtige Kriterien zur Erklärung der Zusammenhänge zwischen der Herkunft der Kinder und ihrer Schulleistung. Im Projekt EMiL werden wir Daten zur sozialen und kulturellen Herkunft der Eltern und Kinder erheben und auch das innerfamiliäre Verhalten aller Familienmitglieder näher untersuchen, um erklären zu können, inwieweit Herkunftsfaktoren bedeutsam sind hinsichtlich der Schulleistungen der Grundschulkinder in Deutschland. Die bisherigen Ergebnisse der Bildungsforschung machen auf diese Zusammenhänge aufmerksam. Nun gilt es die dahinter liegenden Prozesse sichtbar zu machen und besser zu verstehen.

Ziele und Fragestellung     

Das Projekt EMiL will Mechanismen offen legen die zur Klärung der Zusammenhänge zwischen sozialer und ethnischer Herkunft sowie Bildungserfolg beitragen. Um dies zu bewerkstelligen werden qualitative und quantitative Methoden zum Einsatz kommen. Die quantitative Erhebung dient der genauen soziokulturellen Verortung der an den IDeA-Projekten teilnehmenden Kinder. Durch die anschließende qualitative Befragung sollen außerschulische Aktivitäten der Kinder, Erziehungsstile, häusliche Praktiken und der familiale Umgang miteinander identifiziert werden, um deren Einfluss auf die Schulleistung analysieren zu können. Solche alltäglichen innerfamiliären Prozesse gelten als Vermittler zwischen Herkunftsmerkmalen und Schulleistungen.

Untersuchungsmethode

Das Projekt EMiL verwendet bei der Bearbeitung unterschiedlicher Teilfragen ein breites Methodenrepertoire. Innerhalb der ersten Projektphase 2011 wurden die theoretischen Grundlagen sowie der nationale und internationale Forschungsstand erarbeitet. Parallel dazu vernetzt sich EMiL mit den anderen IDeA-Projekten und erarbeitet einen kurzen Fragebogen zur Erhebung familialer Faktoren und Prozesse, die eine soziale und ethnische Verortung der Kinder in den Studien gewährleisten. In Projektphase zwei werden die ersten quantitativen Erhebungen durchgeführt. In Abhängigkeit der verfügbaren Daten erfolgt in Projektphase drei eine Auswahl von Familien anhand ungleichheitsrelevanter Merkmale, die im weiteren Projektverlauf befragt werden sollen. Mindestens ein Elternteil dieser Familien wird in Projektphase vier zur familialen Interaktion interviewt. Die Daten aus den Interviews werden in Projektphase fünf ausgewertet und interpretiert. Ziel ist es spezifische familiale Merkmale aufzuschlüsseln, die Aufschluss über den Zusammenhang von sozialer und ethnischer Herkunft und Schulerfolg der Kinder geben.

Projektverantwortliche

Prof. Dr. Tanja Betz
Prof. Dr. Marcus Hasselhorn
Dr. Sven Lindberg
Dr. Jan Lonnemann
Janosch Linkersdörfer, Dipl. Psych.

Projektmitarbeiter

Robert Körner, M.A.