Projekt elbe
Was ist das Projekt Elternberatung an Grundschulen?
Lehrpersonen stehen in ihrem Berufsalltag vielen Herausforderungen gegenüber. Ein wichtiger Aspekt ihrer Arbeit ist es, Kinder mit unterschiedlichen individuellen Voraussetzungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten in ihrer Entwicklung zu unterstützen und zu fördern. Das Projekt elbe (Elternberatung an Grundschulen) ist ein Forschungsprojekt im IDeA Programmbereich "Adaptive Lernumgebungen". Die Forschungsprojekte in diesem Programmbereich befassen sich u. a. mit der Frage, wie Lernumgebungen gestaltet sein sollten, damit Lernprozesse von Kindern mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen optimal unterstützt und Lernergebnisse gesteigert werden. Insbesondere die Entwicklung von Kindern mit Entwicklungsrisiken findet Beachtung. Besondere Beachtung findet dabei sowohl die schulischen Lernumgebungen (insbesondere der Unterricht) als auch außerschulische Lernumgebungen (insbesondere das Lernen zu Hause und die Zusammenarbeit von Lehrpersonen und Eltern).
Das Projekt elbe befasst sich mit der Zusammenarbeit von Lehrpersonen und Eltern - vor allem mit der Beratung im Rahmen von Elterngesprächen. Das Elternhaus und die Schule nehmen beide einen großen Einfluss auf die Leistungen des Kindes in der Schule. Es hat sich gezeigt, dass Beratungsgespräche zu einer Zusammenarbeit von Eltern und Lehrpersonen führen, die sich auch positiv auf die Leistungen und das Verhalten der Schülerinnen und Schüler auswirkt.
Demnach ist Beratung im Rahmen von Elterngesprächen ein wichtiger Ansatzpunkt, um gemeinsam Möglichkeiten zu besprechen, wie das Kind zu Hause nachhaltig unterstützt werden kann. Durch die Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern wird dabei sichergestellt, dass die Fördermaßnahmen abgestimmt sind und sich die Förderung in der Schule und im Elternhaus ergänzen.
In Untersuchungen zeigte sich, dass (1) Eltern sich Beratung durch Lehrpersonen wünschen, (2) dass Lehrpersonen sich nicht ausreichend auf die Beratungsarbeit im Schulalltag vorbereitet fühlen und (3) dass das Beratungsangebot der Lehrpersonen und der Beratungsbedarf der Eltern nicht immer übereinstimmen. Es hat sich auch gezeigt, dass die Beratungskompetenz von Lehrpersonen bereits durch ein kurzes Training gefördert werden kann.
Ziele des Projektes
Das Projekt elbe leistet einen Beitrag dazu, die Beratungssituation an Schulen zu verbessern und durch die Beratung im Rahmen von Elterngespräche einen Ansatz zur Förderung von Kindern mit Entwicklungsrisiken im Schulalltag einzubauen. Es werden Aus- und Fortbildungsprogramme entwickelt und in den Schulalltag integriert. Um eine frühe Intervention in der Entwicklung der Kinder zu ermöglichen, fokussieren die Untersuchungen zunächst auf den Grundschulbereich – Projekte im Kindergartenbereich sind in Vorbereitung. Ein besonderes Augenmerk liegt auf Kindern mit Entwicklungsrisiken und der Beratung ihrer Eltern.
Wie sollen diese Ziele erreicht werden?
Im Rahmen von elbe werden zunächst Lehrpersonen und Eltern an Grundschulen im Raum Frankfurt zur aktuellen Beratungssituation befragt (z.B. zu Rahmenbedingungen an der Schule, Häufigkeit von Elterngesprächen, persönliche Einschätzungen der Beratungssituation, Themen in der Beratung). Parallel dazu wird es eine größer angelegte bundeslandübergreifende Online-Befragung von Lehrpersonen an Grundschulen geben. Zudem sollen individuelle Förderpläne für Schülerinnen und Schüler an Grundschulen untersucht werden. Die Erkenntnisse werden in die Entwicklung von Aus- und Weiterbildungsangeboten für Lehrpersonen einbezogen sowie in die Entwicklung von Materialien für den Unterrichtsalltag eingebracht. Die Wirksamkeit dieser wird zum einen im Rahmen eines Seminars für Lehramt-Studierende an der Goethe-Universität Frankfurt und zum anderen im Rahmen von Fortbildungen für Lehrpersonen überprüft. Dabei arbeiten wir eng mit dem Projekt IGEL zusammen. Ein wichtiges Ziel ist es, die Wirkung der Beratungsangebote auf die Gestaltung der häuslichen Lernsituation (z.B. Unterstützungsverhalten der Eltern) sowie auf die Entwicklung der Kinder zu untersuchen.
Vorarbeiten & Zusammenarbeit
Die Studien in elbe schließen an umfangreiche Vorarbeiten zum Thema Elternberatung an Gymnasien von Prof. Dr. Silke Hertel an. Eine aktive Zusammenarbeit in IDeA erfolgt derzeit im Projekt IGEL und im Projekt Individuell angemessene Lernumgebungen. Weitere Zusammenarbeit mit IDeA-Projekten, mit Projekten von Mitarbeiterinnen/ Mitarbeitern des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung ist vorgesehen. Zudem wird es eine Kooperation mit einem Projekt des Instituts für Psychologie der TU-Darmstadt und eine internationale Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Zürich geben. Auch eine Kooperation mit einem freien Träger der Jugendhilfe ist angedacht. Die Zusammenarbeit mit weiteren Instituten wird derzeit vorbereitet.
Meilensteine im laufenden Jahr
Das Jahr 2010 startet für elbe mit der gekoppelten Befragung von Lehrpersonen und Eltern an Grundschulen in Raum Frankfurt und der bundeslandübergreifenden Online-Befragung von Lehrpersonen an Grundschulen.
Im Sommersemester 2010 wird es an der Goethe-Universität in Frankfurt ein Seminar mit dem Titel "Eltern beraten – Konzepte & Strategien für den Schulalltag" geben.
Ab Herbst 2010 starten mit dem Projekt IGEL die Trainings für Lehrpersonen.
Projektverantwortliche
Prof. Dr. Silke Hertel
Prof. Dr. Eckhard Klieme
Dipl. Psych. Sanna-Kristina Djaković
Kontaktadresse