BÄRENstark!
BÄRENstark!

Projekt BÄRENstark!

Arbeitsgedächtniskompetenzen bei Lernschwierigkeiten

Das Projekt BÄRENstark! beschäftigte sich mit den Ursachen von Lernschwierigkeiten in den grundlegenden Kompetenzen Lesen, Rechtschreiben und Rechnen.

Das Projekt BÄRENstark! untersuchte die Entwicklung des Arbeitsgedächtnisses von Kindern mit verschiedenen Lernschwierigkeiten. Im Fokus standen Lernschwächen im Bereich der Schriftsprache (Lesen und/oder Rechtschreiben), im Rechnen sowie in beiden Bereichen gleichzeitig. In den meisten Fällen ist nicht die Intelligenz für die Lernproblematik ausschlaggebend. Vielmehr findet man, dass betroffene Kinder Besonderheiten im Arbeitsgedächtnis aufweisen. Das Arbeitsgedächtnis ist ein Kurzzeitgedächtnis, das Informationen für wenige Sekunden im Bewusstsein aufrecht hält, damit sie verarbeitet und verstanden werden können. Das ist für das Lesen und Schreiben wichtig, weil dabei sprachliche Informationen verarbeitet werden. Beim Rechnen geht es zudem um visuell-räumliche Mengen- und Raumvorstellungen. Wenn Informationen ungenau im Arbeitsgedächtnis eingespeichert werden oder vorschnell zerfallen, erschwert dies das Lernen. Um das Zusammenspiel von Arbeitsgedächtnis- und Schulleistungen besser zu verstehen, untersuchten wir, wie sich das Arbeitsgedächtnis über die Zeit entwickelt und wie diese Veränderungen mit der schulischen Leistungsentwicklung zusammenhängen. Außerdem interessierte uns, ob es für die verschiedenen Lernschwächen typische Arbeitsgedächtnis-Profile gibt. Aufbauend auf diesen Ergebnissen lassen sich zukünftig Fördermaßnahmen entwickeln, bei denen die entsprechenden Arbeitsgedächtnisbereiche entlastet und Stärken im Arbeitsgedächtnis während der Lernprozesse genutzt werden.

Ausgewählte Publikationen

Brandenburg, J., Klesczewski, J., Fischbach, A., Büttner, G., Grube, D., Mähler, C., & Hasselhorn, M. (2013). Arbeitsgedächtnisfunktionen von Kindern mit Minderleistungen in der Schriftsprache. Zur Dissoziation von Lese- und Rechtschreibfertigkeiten und zur Relevanz des IQ-Diskrepanzkriteriums. Lernen und Lernstörungen, 2, 147–159. doi:10.1024/2235-0977/a000037

Brandenburg, J., Klesczewski, J., Fischbach, A., Schuchardt, K., Büttner, G., & Hasselhorn, M. (2014). Working memory in children with learning disabilities in reading versus spelling. Journal of Learning Disabilities. doi:10.1177/0022219414521665

Fischbach, A., Schuchardt, K., Brandenburg, J., Klesczewski, J., Balke-Melcher, C., Schmidt, C., Büttner, G., Grube, D., Mähler, C., & Hasselhorn, M. (2013). Prävalenz von Lernschwächen und Lernstörungen: Zur Bedeutung der Diagnosekriterien. Lernen und Lernstörungen, 2, 65–76.